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Kulturmagazin für Thüringen

02.01.2010 21:01 Uhr

Die schärfste Oma Deutschlands: Danke, Nena!

„Bild" hat es uns heute in großen Lettern erzählt: „Nena wird Oma - mit 49!" Man sah quasi den aus Erregung gezeugten Schaumteppich, und wie er sich vor dem Verlagsgebäude von Europas größter Tageszeitung weithin erstreckte. Doch „Bild" setzte bereits in der Headline den falschen Schwerpunkt. Denn nicht Nenas Alter ist die Sensation, sondern: Nena revolutioniert den Begriff der Oma.

Geben wir es doch ehrlich zu: Unter Oma verstehen wir doch vor allem so etwas wie die legendäre Briefkastenoma aus der Sesamstraße - oder die Vorspeise des Wolfes im Rotkäppchen-Märchen. Mit Oma verbinden wir Werbung für Kukident-Gebissreiniger oder Klosterfrau Melissengeist, dazu Seniorenheime, Handtaschendiebstähle, Goldene Hochzeit, Kinder-Parkplatz und Musikantenstadl. Aber doch nicht die rattenscharfe Nena!

Kann das denn alles wahr sein? Bereits mit ihrem allerersten Hit hat Nena uns immerhin frühzeitig gewarnt: „Nur geträumt". Das war 1982 und ist nun bald 30 (!) Jahre her. Zum Glück haben wir mit Nena aber eine Konstante, die sich ganz offensichtlich in diesen drei Dekaden nahezu nicht verändert hat. Okay, die Frisuren wechselten zwischendurch, doch das ist eher sekundär. Ansonsten aber: alles gleich - und einfach klasse.

Mit 49 Oma, das ist alles andere als außergewöhnlich. Wir nehmen das nur wenig wahr. Vielleicht auch, weil heutzutage viele Menschen in diesem Alter schulpflichtige Kinder haben, sofern sie bereits eingeschult sind ... Doch Nena öffnet uns nun einmal mehr die Augen. Wenn aber Nena nicht die einzige Oma mit 49 ist und es also eine ganze Reihe davon gibt - dann stimmt folglich unser Oma-Bild nicht. Sprechen wir künftig also nicht mehr vom tattrigen Mütterchen aus der Nachbarschaft, sondern besser von der scharfen Oma von nebenan? Vielleicht sollten wir uns umstellen. Die Welt ist halt im Umbruch - und weil die Oma an sich ein Teil der Welt ist, lässt sie sich aus diesem Prozess nicht ausschließen.

Unser Dank an Nena sollte aber auch noch in eine zweite Richtung gehen: Bislang wussten doch viele junge Frauen kurz vor ihrem 30. Geburtstag alles über Suizid-Techniken. Das muss nun nicht mehr sein. Denn Nena macht es uns doch vor: Es gibt ein Leben nach der 30 - und mit „Gammelfleisch" hat das nichts zu tun! Am 24. März, also unmittelbar nach Frühlingsbeginn (!), wird Nena 50. Da sollten wir ihr alle freudig gratulieren. Nicht, weil Nena vielleicht die schärfste Oma Deutschlands ist, sondern vor allem, weil sie uns immer wieder das Leben versüßt und Hoffnung gibt. Nena, Du bist und bleibst eine Göttin! Aber hoffentlich ist alles nicht nur geträumt ...

H.G.

Kommentare

Geschrieben von Susanne Bachmann am 08.01.2010 00:43 Uhr

Hi, das spricht mir doch mal echt aus den Seele ... ich mag Nenas Musik zwar nicht so besonders, aber ne klasse Frau isse allemal. Ich bin selbst noch keine 49, aber schon seit 3 Jahren Oma und ich fühl mich gut damit. Wir Omas von heute sind nun mal wirklich nicht mehr wie die Oma vom Kasperl !! Und vergessen wir mal die Uromas nicht. Die sind nämlich häufig auch noch ziemlich scharf und knusprig - so wie meine Mutter, die mit 68 Uroma wurde.
S.B.
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